Primavera Sound Festival 2017, Barcelona: Musikalische Höhepunkte am Mittelmeer

In der Festival-Community soll es so ein paar Experten geben, die einen ganz ausgewählten Musikgeschmack haben. Man munkelt, für diese Damen und Herren seien Festivals in Deutschland nicht gut genug. Klar, die eigentliche Heimat ist natürlich für viele immer noch das Hurricane Festival. Aber was ist denn, wenn es mal wieder wirklich größtenteils um die Musik gehen soll? Dann suchen sich diese unsäglichen Snobs mit ihren ach so tollen Musikgeschmäckern gerne Exile im Ausland: Da wären zum Beispiel das Rock Werchter in Belgien, das Glastonbury Festival in England oder eben das Primavera Sound Festival in Barcelona.

Zum Thema im Forum

Jahr für Jahr sorgt das Line-Up des Primaveras für offene Münder, seit 2015 entwickelt es sich zu einem regelmäßigen Forentreff. Auch in diesem Jahr waren wir natürlich vor Ort und es gibt einiges zu erzählen: Zwischen Strandurlaub, Estrella Damm und Gin Tonic haben wir jede Menge Bands gesehen und unvergessliche musikalische Höhepunkte erlebt.

Das Primavera Sound mit dem Mittelmeer im Hintergrund
Der Parc del Fòrum ist direkt am Mittelmeer gelegen (Foto: Finn Schmidt)

Primawer? – Primavera Sound!

Das Primavera Sound Festival findet seit 2001 jährlich statt, im Jahr 2005 fand es seine Heimat im Parc del Fòrum. Der Betonpark am Mittelmeer bot 2017 Platz für 16 Bühnen und auf drei Tage verteilt um die 200.000 Besucher.

Auch wenn das asphaltierte Gelände nicht überall für Begeisterungsstürme sorgt, wird doch einiges daraus gemacht. Bühnen wie die Ray-Ban-Stage oder das Auditori gehören zu den europaweiten Favoriten. Vor allem die Hauptbühnen namens Mango- und Heineken-Stage stoßen dagegen auf wenig Gegenliebe. Hier malträtiert statt Asphalt ungemütlicher Schotter die Füße und Soundprobleme gehören zwar nicht zur Tagesordnung, kommen aber hin und wieder vor.

Neben potentiell schmerzhaften Überschneidungen steht jedes Jahr eine vielfältige musikalische Auswahl im Timetable. 2017 wechselten sich auf den größten Hauptbühnen im bunten Genrekarussell zum Beispiel Solange, Bon Iver, Slayer und Aphex Twin ab. Auf den kleineren Bühnen spielten wie immer Lieblinge aller möglichen Musikrichtungen und potentielle Neuentdeckungen. Auf dem Primavera Sound geben sich Jahr für Jahr die vergangene und die zukünftige ‚Best New Music‘ von Pitchfork die Klinke in die Hand.

Unexpected AF!

Das musikalische Geschehen beschränkt sich nicht nur auf das Festivalgelände: Die ganze Woche über finden Konzerte in Clubs statt, die für Festivalbesucher frei zugänglich sind. So waren noch vor dem offiziellen Festivalstart im Sala Apolo Highlights wie Let’s Eat Grandma, Cigarettes After Sex und Kate Tempest zu bestaunen.

Wie so ein Aal-Verkäufer auf dem Fischmarkt legt das Primavera Sound doch immer noch eine Schippe drauf. Mit dem sogenannten „Primavera Unexpected“ zauberten die Festivalplaner den verschwitzten Besuchern noch ein paar extra Schweißperlen auf die Stirn. Unerwartet ploppten immer wieder spontan angekündigte Überraschungs-Auftritte in der App auf, die so nicht im Zeitplan standen. Da spielte dann mal eben so der Headliner Arcade Fire ein kleines Extra-Konzert und Mogwai debütierten ein Album in voller Länge, das erst im September erscheinen wird. Das vielversprechende Alternativprogramm kaschiert jedoch stets die Angst, etwas zu verpassen.

Genug der Vorrede, wie waren denn eigentlich die Bands? Lest unsere Zusammenfassung auf der nächsten Seite.

Mehr Primavera Sound auf Seite 2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.