Popsalon 2026

Der Samstag war geprägt von einer Mischung aus Vorfreude auf die letzten Acts und einer langsam aber sicher eintretenden Müdigkeit. Trotzdem: Aufgeben war keine Alternative und so zog es uns zum Start zu Snake Eyes in den Bastard Club. Der rohe Indierock der Briten passte perfekt zur Location und ließ alle Müdigkeit verfliegen. Ein lauter, krachender Auftritt. Wer die Chance hat, sollte sich das Duo auf jeden Fall angucken – etwa als Support von Muff Potter auf einigen Gigs ihrer Herbsttour. Motiviert ging es daraufhin zu einem unserer Festivalhighlights: Soft Loft. Das schweizerische Künstler*innen-Kollektiv begeistert uns schon seit letztem Jahr, weshalb die Vorfreude natürlich riesig war. Dabei steht die Stimme von Frontfrau Jorinna Stamm im Vordergrund, die sich klasse mit den sommerlichen Melodien ergänzt und zu hartnäckigen Ohrwürmern wird. Es war aber auch nicht anders zu erwarten, beweisen die Booker*innen in den letzten Jahren immer wieder ein gutes Näschen für tolle female-fronted Indie-Acts. Vollkommenen beseelt verteilten wir uns auf etwas ruhigere Klänge bei Lùisa und krachigen Sounds bei Heavy Lungs, um pünktlich zum letzten großen Highlight, Panic Shack, vor der Bühne zu stehen. Die britische Punkband lieferte eine laute, energiegeladene Show ab, die uns noch einmal absolut überzeugte. Trotzdem, nach vier Tagen Festival merkte man die eigenen körperlichen Grenzen und war am Ende froh, nach der einstündigen Party den Heimweg anzutreten.

Die Band Soft Loft beim Popsalon.
Eines unserer Highlights: Soft Loft (Foto: Nina Kipry).

Der Popsalon hat erneut abgeliefert und nicht nur das: Er hat die Erwartungen mehr als erfüllt. Probleme aus den Vorjahren, etwa in Bezug auf lange Schlangen, sind durch die neuen Locations und die damit veränderten Besucherströme zur Seltenheit geworden. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass augenscheinlich weniger Tickets verkauft wurden. Das ist unglaublich schade, insbesondere mit Blick auf das mutige und internationalere Booking. Festivals außerhalb der großen Ballungsgebiete wie der Popsalon sind selten und leben vom Einsatz und Engagement der Veranstalter*innen. Also überlegt euch, ob ihr 2027 nicht nach Osnabrück kommen wollt, denn wir sind uns sicher, dass auch bei der nächsten Ausgabe tolle, aufregende und neue Acts kommen und aus der Friedensstadt für ein paar Tage eine Hochburg der Indiemusik machen werden.