Popsalon 2026

Freitags galt es erstmal, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, was man eigentlich schauen wollte: Gleich fünf interessante Acts überschnitten sich, was nicht nur zu rauchenden Köpfen führte, sondern auch das tolle LineUp unterstrich. Am Ende entschieden wir uns für einen ruhigen Start mit Ambre Ciel in der Friedenskirche, die erstmals als Location für den Popsalon zum Einsatz kam und dabei einen wirklichen Mehrwert mitbrachte. Ob bestuhlt oder nicht, die Friedenskirche bietet den Popsalon-Macher*innen eine wunderbare Möglichkeit, Acts zu buchen, für die es vorher vielleicht nicht die passende Location gab, wie eben Ambre Ciel. Die Kanadierin, für die es die erste Europatour war, bewies es: ihre ruhige Pianomusik, mal mit Gesang, mal instrumental und unterstützt von elektronischen Klängen, wäre in den anderen Clubs der Stadt wahrscheinlich etwas untergegangen, während die Friedenskirche sowohl vom Publikum, als auch vom Sound und von der Atmosphäre her genau die richtigen Voraussetzungen mitbrachte.

Vom Bodenplatz in der Friedenskirche ging es daraufhin ins Haus der Jugend, von ruhigen Pianoklängen hin zu feinstem Italopop Valentino Vivaces. Der Schweizer passt perfekt zu deutschem Publikum, dem Italien als Sehnsuchtsort ja beinahe in die Wiege gelegt wurde. Urlaube, WM 1990, neapolitanische Pizza und Aperol: Deutsche haben einen Softspot für das Land. Deshalb kommt es auch nicht überraschend, dass Vivaces Musik die Leute von Anfang an mitreißen konnte. 80s Synth-Klänge, tanzbare Melodien und eine sympathische Band taten ihr Übriges im Aula-artigen Haus der Jugend, aus dem nach einer Stunde voller Hits ein begeistertes Publikum strömte. Darauf galt es aufzubauen, weshalb die erneuten Überschneidungen ignoriert wurden und der Übergangs-Bastard-Club in der Skatehall angsteuert wurde. Hier gaben sich die Brit*innen Punchbag die Ehre, deren “aggressiver Hopecore” uns schon auf Platte gefiel. Auf der Bühne wusste die Band um die Geschwister Clara und Anders Bach noch weitaus stärker zu überzeugen: Der energiegeladene Auftritt, irgendwo zwischen Indie, Pop-Punk und elektronischen Beats, hatte wirklich nichts von ihrem musikalischen Namensvetter. Wer die Chance hat, sie in kleinem Rahmen zu sehen, sollte sie nutzen, solange man das noch kann. Zum Abschluss dieses Abends ging es nach einer Stunde Pause zu Keo, einer weiteren britischen Newcomerband. Auch hier haben die Booker*innen ein gutes Händchen bewiesen, kam Keos Emo-Alternative-Rock ebenfalls wunderbar an und erinnerte teilweise an Genre-Helden wie Basement.

Die Band Keo beim Popsalon.
Keo als Abschluss am Freitag (Foto: Nina Kipry)